© Hansestadt Buxtehude / Jan Iso JürgensBuxtehude. Es gab schon viele Verleihungen an deutsche Autorinnen und Autoren, es gab sie an fremdsprachige Schriftsteller:innen, es gab sogar eine Doppelverleihung. Aber dass eine Preisträgerin ihren Protagonisten mit nach Buxtehude bringt, das hat es noch nicht gegeben: An diesem Donnerstagabend, 13. November, ist Maja Nielsen auf der Halepaghen-Bühne für ihren Roman „Der Tunnelbauer“ (Gerstenberg Verlag, 192 Seiten) mit dem Jugendliteraturpreis Buxtehuder Bulle ausgezeichnet worden; mit dabei das Vorbild für den Protagonisten: Tunnelbauer Joachim Neumann.
Engagierte Autorin überzeugt mit packender Geschichte
Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt hat der im Taunus lebenden Autorin die zwölf Kilogramm schwere Stahlplastik überreicht: „Sie sind uns allen als engagierte Autorin ein Vorbild“, sagte sie. Und weiter: „Den Grundtenor Ihres Buches, sich für Freiheit und Demokratie einzusetzen, empfinde ich als eine Aufforderung für uns alle – heute mehr denn je.“
Ganz ähnlich schätzte das auch Laudatorin Stefanie Ericke-Keidtel ein. Die Leiterin des Berliner Jungen Literaturhauses nannte das Buch „eine hochinformative und anschauliche Geschichtsstunde, die spannender nicht sein könnte“. Ericke-Kreidtel charakterisierte die Autorin weiter mit den Worten: „Fast jedes Buchprojekt löst bei ihr ein nachhaltiges solidarisches Wirken aus.“ Nielsen handle ein Thema nicht nur literarisch ab, sondern engagiere sich gleichermaßen für die Themen ihrer Werke.
Die Preisträgerin Maja Nielsen fasste mit ihren Worten kurz und prägnant zusammen, was sie den Lesenden mit der Geschichte auf den Weg geben möchte: „Es gibt immer etwas, das man tun kann, um Bedingungen zum Besseren zu wenden“.
Laien-Jury von deutsch-deutscher Geschichte beeindruckt
Die aus elf Jugendlichen und elf Erwachsenen bestehende Jury hatte sich eindeutig für die deutsch-deutsche Geschichte ausgesprochen: Das Buch wurde generationsübergreifend auf Platz eins gewählt.
Die prämierte Geschichte entführt die Lesenden in das Berlin der 1960er Jahre – kurz nach dem Mauerbau – und verarbeitet die Erlebnisse eben jenes Zeitzeugen Joachim Neumann und seines Freundeskreises, die mit Mut, Beharrlichkeit und kräftezehrendem körperlichen Einsatz zwischen 1961 und 1964 zahlreichen Menschen durch die Tunnel 29 und Tunnel 57 zur Flucht in den Westen verhalfen.
90-minütiges Programm aus Musik, Literatur und Theater
Gewürdigt wurde das Jugendbuch in einer rund 90-minütigen Preisverleihung, moderiert vom Poetry-Slammer, Autor und Musiker David Friedrich, Julian Lebender und Vincent van der Klugt gestalteten als „Jules Atlas“ den musikalischen Rahmen, Student:innen von der Freien Schauspielschule aus Hamburg inszenierten neun Bücher-Szenen.
Plakettenenthüllung am Freitagnachmittag
Der BULLevard wird auch in diesem Jahr wieder um eine Plakette erweitert: Die bronzene Platte mit eingeprägtem Siegertitel und Autorinnennamen wird am Freitag, 14. November, 15.30 Uhr am Westfleth 37, vor der Kleinen Fleth-Philharmonie, enthüllt. Traditionell finden während der BullenKULTurtage Schullesungen und eine öffentliche Lesung statt. Maja Nielsen bleibt noch bis einschließlich Sonntag in Buxtehude.
Mehr dazu unter: www.buxtehuder-bulle.de
