Hansestadt Buxtehude

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Auszug - Vortrag der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen  

20. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Wohnen und Senioren
TOP: Ö 4.1
Gremium: Ausschuss für Soziales, Wohnen und Senioren Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 15.07.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:00 - 21:52 Anlass: Sitzung
Raum: Pioneer Sitzungssaal
Ort: Firma Pioneer, Apensener Str. 196, 21614 Buxtehude
 
Wortprotokoll

 

Herr Schmitz, Geschäftsführer der Bezirksstellen Stade und Verden der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), berichtet anhand einer Präsentation (Anlage 1) über deren Arbeit und den Stand der hausärztlichen Versorgung in und um Buxtehude.

Die KVN ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts über das fünfte Sozialgesetzbuch zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung der Bevölkerung verpflichtet.

 

Die Bedarfsplanung für die hausärztliche Versorgung wird für sogenannte Mittelbereiche geführt. Der Landkreis Stade ist hierbei in zwei Mittelbereiche eingeteilt, die Mittelbereiche Stade und Buxtehude.

 

Für die hausärztliche Bedarfsplanung wird ein Orientierungswert von einem Hausarztsitz auf 1.750 Einwohner angenommen. Im Bereich Buxtehude liegt der Versorgungsgrad derzeit (für ländliche Gegenden) bei guten 91,1% Prozent. Acht weitere Ärzte können sich aktuell in diesem Planungsbereich zusätzlich ansiedeln, erst dann wäre ein Versorgungsgrad von 110% erreicht und eine Niederlassungssperre tritt in Kraft. Von einer Unterversorgung spricht man erst, wenn der Versorgungsgrad, das Verhältnis von Arzt zu Einwohner, unter 75% Prozent fällt. Eine Überversorgung liegt dann vor, wenn der Versorgungsgrad über 110% Prozent liegt.

 

Beginnend mit der sogenannten „Ärzteschwemme“ der Achtziger Jahre, bei der es zu einem Überangebot an approbierten Medizinern kam, sieht die Kassenärztliche Vereinigung ein generelles Demographieproblem. Ein Großteil der Ärzte aus dieser Zeit ist nun 63 Jahre und älter, im gesamten Landkreis liegt der Anteil an dieser Altersgruppe jedoch erfreulicherweise nur bei 22%. Wenn im Planungsbereich Buxtehude allerdings alle Ärzte aus dieser Altersgruppe aus der Statistik herausgenommen werden, liegt der Versorgungsgrad nur noch bei 79,8%.

 

Die Kassenärztliche Vereinigung steuert hier unter anderem mit finanziellen Anreizen entgegen. Bis zu 60.000 € Investitionskostenzuschuss pro Arzt sind möglich.

Seit 2012 wurden so 580.000 € an Investitionskostenzuschüssen ausgezahlt.

Ebenso werden Weiterbildungen in der Allgemeinmedizin finanziell unterstützt.

Hier wurden in diesem Zeitraum bereits 1.028.802 € ausgezahlt.

Das Ziel der KVN ist, die bisherige Versorgung und die Anzahl der Hausärzte zu erhalten, sodass jeder Bürger im Planungsbereich innerhalb von 15 Minuten einen Hausarzt erreichen kann. 

 

Insgesamt ist die Anzahl der Hausärzte, im Bereich Buxtehude, innerhalb der letzten Jahre leicht ansteigend. Auch in der fachärztlichen Versorgung ist der gesamte Landkreis Stade gut aufgestellt und nach wie vor gilt die ambulante Versorgung in Deutschland als hervorragend, auch im internationalen Vergleich.

 

In der sich anschließenden Diskussion geben einige Ausschussmitglieder zu bedenken, dass viele Bürger von langen Wartezeiten und vielen Absagen seitens der Praxen berichten. „Gefühlt“ ist ein anderes Bild in der Bevölkerung zu diesem Thema vorhanden.

 

Dies ist sehr differenziert zu sehen, erläutert Herr Schmitz. Längere Wartezeiten sind, gerade bei Fachärzten, durchaus vorhanden. Akute Notfälle werden jedoch immer sofort und schnell behandelt.

 

Auf Nachfrage von Herrn Kamprad, welche Möglichkeiten seitens der Hansestadt Buxtehude bestehen neue Ärzte in Buxtehude anzusiedeln, regt Herr Schmitz eine Zusammenarbeit mit der KVN und bereits niedergelassenen Ärzten an, um attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen und um Doppelstrukturen zu vermeiden.

Insgesamt erlebt die hausärztliche Versorgung einen Strukturwandel. Der Trend geht eher zu Gemeinschaftspraxen und erfahrungsgemäß sind viele bereits niedergelassene Ärzte bereit weitere Ärzte einzustellen.

 
 

 

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