Hansestadt Buxtehude

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Auszug - Campus Süd Konzeptioneller Planungsansatz auf der Grundlage der Ergebnisse aus der Phase Null  

24. Sitzung des Ausschusses für Schulen und Sport gemeinsam mit dem 56. Bau- und Liegenschaftsausschuss
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Schulen und Sport Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 18.06.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:00 - 22:01 Anlass: Sitzung
Raum: Pioneer Sitzungssaal
Ort: Firma Pioneer, Apensener Str. 196, 21614 Buxtehude
 
Wortprotokoll

 

Frau Biesenbach führt in den Tagesordnungspunkt ein und teilt mit, dass das erarbeitete pädagogische Konzept aus der Phase Null in der letzten Sitzung des Ausschusses für Schulen und Sport vorgestellt wurde. In der heutigen Sitzung wird das beauftragte Planungsbüro, Schröder Architekten, erste Vorüberlegungen zur baulichen Umsetzung der Phase Null vorstellen. Frau Blaß ergänzt einleitet, dass eine gute Grundlagenermittlung notwendig ist, um Schulen zukunftsfähig und somit auch nachhaltig gestalten zu können. Die Durchführung der Phase Null an diesem Standort war eine besondere Herausforderung, da drei Schulformen an dem Prozess beteiligt sind. Durch vertrauensvolle, konstruktive und offene Gespräche in verschiedenen Werkstattterminen konnte ein gemeinsames Konzept für den „Campus Süd“ erarbeitet werden. Frau Biesenbach bedankt sich für die Einleitung und begrüßt Herrn Schröder und Herrn Rolfes von Schröder Architekten und übergibt das Wort an Herrn Rolfes.

 

Herr Rolfes stellt anhand der als Anlage beigefügten Präsentation die ersten Überlegungen zur Umsetzung der Ergebnisse aus der Phase Null vor. Ein wichtiger Schwerpunkt der Planung war das Sortieren, Aufräumen und Entflechten der Funktionsbereiche aller Schulen. Zudem wurden Flächen für eine zeitgemäße Pädagogik in Form von Differenzierungsflächen, Selbstlernbereichen und Rückzugsmöglichkeiten mit berücksichtigt. Die Haupt- und Realschule nehmen diesen Prozess zum Anlass, sich auch konzeptionell gemeinsam weiterzuentwickeln. Unter Berücksichtigung der Entwicklungsbedarfe aller Schulformen wurden vorläufige Raumprogramme für den gesamten Standort erstellt. Funktionsbereiche sowie Unterrichtsräume sollen möglichst in den eigenen Gebäuden verortet und gemeinschaftlich genutzte Räume möglichst an zentraler Lage auf dem Campus positioniert werden.

 

Auf dieser Grundlage wurden die konkreten Bedarfsflächen für das Gymnasium sowie für die Haupt- und Realschule ermittelt. Als Vergleichswerte wurden die Ergebnisse aus der Phase Null der Halepaghen-Schule sowie vergleichbare Raumprogramme aus Bremen und Hamburg angesetzt. Der ermittelte Flächenbedarf für das Gymnasium beträgt 6.241 qm. Im Vergleich zur Bedarfsermittlung von 2017 ergibt sich somit eine Differenz von 1.000 qm. Für die Haupt- und Realschule ergibt sich ein Flächenbedarf in Höhe von 5.727 qm. Gemeinschaftsbereiche wie Aula, Pausenhalle, Bibliothek und Mensa sind in den Bedarfsberechnungen nicht enthalten. Unter Berücksichtigung eines möglichen Ganztagsbetriebes der Haupt- und Realschule wäre eine Erweiterung der aktuellen Mensakapazitäten erforderlich. Denkbar wäre in diesem Zusammenhang auch eine Versorgung anderer Schulstandorte. Grundsätzlich soll es eine gemeinsame Mensa für den gesamten Standort geben.

 

Die Fachunterrichtsräume der Haupt- und Realschule befinden sich derzeit zu 90 % im Erdgeschoss des Gymnasiums. Die vorhandenen Kapazitäten sind für die drei Schulen nicht mehr ausreichend. Eine Erweiterung der Fachräume ist in sinnvollen räumlichen Zusammenhängen nicht umsetzbar, zudem besteht ein erheblicher Sanierungsbedarf. Ziel ist es, die Fachunterrichtsräume zu entflechten und die durch die Haupt- und Realschule derzeit genutzten Flächen dem Gymnasium wieder zuzuführen.

 

Unter Zugrundelegung der Ergebnisse aus der Phase Null wurden drei mögliche Szenarien zur Umsetzung entwickelt.

 

Szenario 1:

 

Das Szenario 1 „Campus 2023“ sieht vor, dass der Erweiterungsbau für das Gymnasium mit den benötigten Unterrichtsräumen sowie der schulübergreifenden Bibliothek und Cafeteria nordöstlich auf dem Gelände verortet wird. Dieser Standort wurde bereits in der Machbarkeitsstudie 2017 vorgeschlagen. Im Bestandsgebäude des Gymnasiums ist eine Erweiterung der Mensa vorgesehen. Die Fachunterrichtsräume der Haupt- und Realschule sollen als Teilersatzneubau an direkt benachbarter Stelle auf dem Gelände erfolgen. Dafür ist die Fläche zwischen dem geplanten 5. Hallenteil und der Realschule vorgesehen. Der Standort des Teilersatzneubaus für die Haupt- und Realschule ist bei allen Szenarien gleich.

 

Um die Weiterentwicklung des Gesamtstandortes im Blick zu haben, wurden alle Szenarien um einen weiteren Vorschlag „Campus 2028“ erweitert. Anlass ist das in die Jahre gekommene Hauptschulgebäude, für das mittelfristig ein Ersatzbau notwendig wird. Aus diesem Grunde wurde ein Ersatzneubau der Hauptschule als weiterer Baustein mit in die Überlegung aufgenommen. Dieser Ersatzneubau wird an dem Teilersatzneubau für die Haupt- und Realschule angegliedert. Die Hauptschule hätte dadurch einen direkten Anschluss zu den Fachunterrichträumen und zur Realschule. Dieser Baustein wäre somit zukunftsfähig, unabhängig davon, wie die Zusammenarbeit der beiden Schulen perspektivisch erfolgen wird. 

 

Szenario 2:

 

Bei dem Szenario 2 „Campus 2023“ ist der Erweiterungsbau für das Gymnasium zwischen der bestehenden Sporthalle und des Verwaltungstraktes des Gymnasiums vorgesehen. Durch diesen zentralen Standort am „Rondell“ würden für alle Schulen kürzere Wege entstehen. In diesem Szenario bleibt die Mensa unverändert, da der Entscheidungsprozess dazu noch nicht abgeschlossen ist. Der Teilersatzneubau für die Haupt- und Realschule ist am gleichen Standort wie im Szenario 1 verortet. Auch dieses Szenario wurde um den Vorschlag „Campus 2028“ erweitert. Als weitere Überlegung wurde zudem der „Campus 2030“ entwickelt. Diese Erweiterung sieht vor, dass eine gemeinsame Mensa auf dem jetzigen Hauptschulstandort verortet wird, sofern der Bedarf sich perspektivisch dahin entwickelt.

 

Szenario 3:

 

Das Szenario 3 „Campus 2023“ sieht vor, den Erweiterungsbau für das Gymnasium an gleicher Stelle wie im Szenario 2 am „Rondell“ zu verorten. Bei diesem Szenario wird die Mensa mit entsprechender Kapazität für alle drei Schulen bereits berücksichtigt. Eine Verortung der Mensa gemeinsam mit der Cafeteria an zentraler Stelle bringt erhebliche Vorteile in Bezug auf die Organisation und den Personal- und Flächenbedarf. Der Baukörper ist somit im Vergleich zum Szenario 2 größer. Für die jetzigen Räumlichkeiten der Mensa könnte idealerweise eine Umnutzung im Bestandgebäude des Gymnasiums erfolgen. Der Teilersatzneubau für die Haupt- und Realschule ist am gleichen Standort wie in den Szenarien 1 und 2 verortet. Auch dieses Szenario wurde um den Vorschlag „Campus 2028“ erweitert.

 

Herr Rolfes erläutert anhand einer Übersicht die ersten Grobkostenschätzungen der jeweiligen Szenarien. Berücksichtigt bei dieser Aufstellung sind die Kosten für den Erweiterungsbau des Gymnasiums, den Teilersatzneubau für die Fachunterrichtsräume der Haupt- und Realschule sowie die erforderlichen Umbauten im Bestandsgebäude des Gymnasiums. Hinzu kommen weitere Kosten für das Herrichten und Erschließen, die Außenanlagen, die Ausstattungen sowie die Baunebenkosten. Die Grobkostenschätzung für das Szenario 1 beträgt 18,6 Mio. Euro. Für das Szenario 2 wurden Kosten in Höhe von 18,3 Mio. Euro ermittelt und die Kosten für das Szenario 3 betragen 20,7 Mio. Euro.

 

Nicht berücksichtigt sind die Kosten für die Sporthallenerweiterung sowie die Kosten für einen möglichen Ersatzneubau der Hauptschule. Die Sporthallenerweiterung ist ein separates Projekt und die Überlegungen zur Hauptschule waren bisher nicht Bestandteil des Planungsauftrages, wurden aber unter Berücksichtigung einer zukunftsfähigen Gesamtplanung mit aufgenommen.

 

Frau Biesenbach bedankt sich bei Herrn Rolfes für die Vorstellung der Überlegungen zur baulichen Umsetzung. Diese Präsentation dient als erste Information der Ausschussmitglieder. Die weiteren Beratungen sollen dann in den Fraktionen erfolgen. Frau Biesenbach bittet die Schulleitungen eine kurze Stellungnahme zu den gezeigten Überlegungen abzugeben.

 

Frau Schwedt, Frau Mangelmann und Herr Eysholdt beschreiben nacheinander ihre Eindrücke zu den vorgestellten Planungen. Insbesondere die Entflechtung der bisher gemeinsam genutzten Räume bringt für alle Schulen Vorteile. Zudem wurden notwendige Flächen für einen zeitgemäßen Unterricht berücksichtigt. Insgesamt bringen diese Überlegungen zum „Campus Süd“ die Gemeinsamkeiten aller Schulen zum Ausdruck. Das Szenario 3 „Campus 2028“ wird von allen Schulleitungen favorisiert, da es die zukunftsfähigste Variante mit dem zentral gelegensten Standort ist.

 

Die Ausschussmitglieder bedanken sich für die erste Vorstellung der Überlegungen und stimmen überein, dass die Entscheidung zur Durchführung der Phase Null an diesem Standort, auch im Sinne der Nachhaltigkeit, richtig war. Auf Nachfragen ergänzt Herr Rolfes, dass die Kosten für einen Ersatzneubau für die Hauptschule ca. 7 bis 8 Mio. Euro betragen werden und die in den Lageplänen gezeigten Bausteine nicht höher als dreigeschossig sind. Die Ausschussmitglieder favorisieren nach der ersten Information heute das Szenario 3 als zukunftsfähigste Lösung für den wachsenden Schulstandort. Für die weitere Beratung wird die Darstellung einer Gesamtkostenschätzung gewünscht.

 

Frau Biesenbach bedankt sich für die Beantwortung der Fragen.

 

Die Sitzung wird für eine Pause von 21:26 bis 21:34 Uhr unterbrochen.

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage zum TOP 5 - Campus Süd (6416 KB)      
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