Hansestadt Buxtehude

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Auszug - Entwicklung und Einführung einer nicht gewinnorientierten Onlineplattform für die Einzelunternehmen; Antrag DIE LINKEN-Fraktion vom 23.05.2018  

7. Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus
TOP: Ö 5
Gremium: Ausschuss für Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus Beschlussart: zurückgestellt
Datum: Mi, 20.06.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:00 - 20:47 Anlass: Sitzung
Raum: Sitzungssaal
Ort: Stadthaus, Bahnhofstr. 7
2018/100 Entwicklung und Einführung einer nicht gewinnorientierten Onlineplattform für die Einzelunternehmen; Antrag DIE LINKEN-Fraktion vom 23.05.2018
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag / Anfrage
Federführend:Bürgermeisterin Bearbeiter/-in: ,
 
Wortprotokoll

Zunächst erläutert Herr Koch-Böhnke den von seiner Fraktion gestellten Antrag. Die darin aufgeführten Maßnahmen werden als notwendig erachtet, um den lokalen Einzelhandel zu beleben und zu unterstützen und gleichzeitig den Zeitgeist im Hinblick auf eine ständig zunehmende Digitalisierung aufzugreifen. Die Fraktion sieht durch eine Attraktivitätssteigerung des örtlichen Handels soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte berührt. Konkret zu nennen sind dabei u. a. der Erhalt von Arbeitsplätzen, eine Belebung der Innenstadt und insbesondere der Bahnhofstraße sowie lokale Logistikmodelle (Lastenfahrräder, E-Mobilität).

 

 

Herr Krause findet die Idee grundsätzlich gut und nachvollziehbar. Allerdings zeigen Erfahrungen aus anderen Städten, aber auch verschiedene Studien hierzu, dass entsprechende Projekte wenig erfolgreich sind. Dies ist zum einen im Einkaufsverhalten des Kunden begründet und zum anderen in der häufig nicht ausreichenden Größe (Teilnehmer und Angebotsauswahl) von lokalen Onlinemarktplätzen. Darüber hinaus ist die Kostenseite für den Händler zu beachten, da entsprechende Portale jeweils an Bezahlsysteme angeschlossen und Teile der Einnahmen entsprechend abzuführen sind. Ein in der Vergangenheit in Wuppertal begonnenes Projekt ist aus den genannten Gründen gescheitert. Lediglich sofern eine bestimmte Zielgruppe durch ein Unternehmen angesprochen wird und ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt besteht, scheinen Onlineangebote erfolgversprechend. Aus Sicht von Herrn Krause ist eine Unterstützung des lokalen Handels aufgrund der bestehenden Herausforderungen insgesamt notwendig. Die im vorliegenden Antrag aufgeführten Maßnahmen hält er aber für nicht umsetzbar.

 

Herr Lemke schließt sich der Auffassung von Herrn Krause an. Auch er findet die Idee grundsätzlich charmant, aber nicht realisierbar. Neben den bereits aufgeführten Argumenten weist er auf den erforderlichen personellen Aufwand hin, um ein entsprechendes Portal abzubilden und stellt die Frage nach der vorhandenen Bereitschaft der Händler für eine Teilnahme. Aus seiner Sicht könne für ein Onlineangebot eine Ergänzung der App „Buxtuell“ in Erwägung gezogen werden. Darüber hinaus könne dies auch ein möglicher Baustein für das Projekt „Zukunft – Made in Buxtehude“ sein.

 

Auch Herr Paatsch folgt der bisherigen Argumentation. Auch er hält eine Stärkung des lokalen Einzelhandels für wichtig; dies auch im Hinblick auf eine duale Strategie der Händler. Herr Paatsch weist in diesem Zusammenhang auf bestehende Untersuchungen hin, die für kleine Einzelhändler einen Anschluss an bestehende Onlineplattformen für sinnvoll erachten (bspw. „real.de“ oder „genialokal.de“). Seines Wissens ist außerdem eine Weiterentwicklung der App „Buxtuell“ für die lokale Wirtschaft geplant. Auch er hält die im Antrag aufgeführten Maßnahmen für nicht praktikabel.

 

Im Anschluss stellt Frau Maack die Thematik „Onlineplattformen im Rahmen von lokalen Initiativen“ aus Sicht der Wirtschaftsförderung vor. Sie geht dabei auf verschiedene statistische Daten ein und informiert sowohl über bisherige lokale Initiativen, als auch über Aktivitäten der Wirtschaftsförderung und des Stadtmarketings zum Thema „Einkaufsstadt Buxtehude“. Abschließend weist sie auf eine aktuelle Studie von ibi research hin, die sich mit lokalen Initiativen zur Digitalisierung des Handels beschäftigt und auch die damit im Zusammenhang stehenden Herausforderungen beschreibt. Sämtliche Informationen sind in einem Handout zusammengefasst, das den Ausschussmitgliedern ausgehändigt und als Anlage zum Protokoll genommen wird. Die Entwicklung des Einzelhandels ist im Produkt Wirtschaftsförderung als operationales Ziel dokumentiert und wird ebenfalls ein Baustein im Rahmen des Projektes „Zukunft – Made in Buxtehude“ sein.

 

Herr Lange ergänzt die Ausführungen von Frau Maack dahingehend, dass die gesamte Thematik in den letzten Jahren einem Wandel unterworfen war und macht dies am Beispiel der Entwicklung in Wuppertal noch einmal deutlich. Dort ist ein entsprechendes Projekt nach einem vielversprechenden Start letztlich gescheitert. Gleichwohl wird die Thematik weiterhin diskutiert, u. a. im Rahmen einer Veranstaltung der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e. V. (bcsd) im September. Die Hansestadt Buxtehude ist Mitglied in der bcsd und wird an der Veranstaltung teilnehmen, sodass hier ggfs. weitere Erkenntnisse gesammelt werden können. Vor diesem Hintergrund schlägt Herr Lange eine Zurückstellung des Antrages vor. Sofern zukünftige Überlegungen in Richtung einer digitalen Plattform gehen, weist er daraufhin, dass hierfür entsprechende Ressourcen zur Verfügung stehen müssen und Prioritäten ggfs. neu zu definieren sind. Die bisherigen Aktivitäten im Bereich Tourismus und Stadtmarketing machen bereits heute Besucher und Gäste auf den Standort und die Einkaufsstadt aufmerksam. Auch Herr Lange verweist abschließend auf die Nutzung der App „Buxtuell“.

 

Herr Koch-Böhnke folgt den bisher genannten Argumenten und gemachten Ausführungen und erklärt seine Bereitschaft, den Antrag zurückzustellen, bis ggfs. weitere Erkenntnisse aus der Veranstaltung der bscd im Herbst vorliegen.

 

Frau Maack bestätig noch einmal, dass seitens der Verwaltung ein Handlungsbedarf in dem Bereich gesehen wird. Aus ihrer Sicht gilt es aber, den „Buxtehuder Maßanzug“ für die Digitalisierung des Handels vor Ort zu finden.

 

Frau Ruhnke schließt sich den Vorrednern an. Sie bittet darum, zukünftig evtl. Handouts nicht mehr in Papierform in der Sitzung zu verteilen, sondern im Allris, ggfs. auch erst kurz vor der Sitzung, zur Verfügung zu stellen.

 

Die Verwaltung nimmt die Anregung auf.

 

Herr Lange, Bündnis 90/Die Grünen, ergänzt die bisher gemachten Ausführungen um ein Ergebnis aus der bereits angesprochenen IHK-Studie, wonach der Betrieb von lokalen Onlineplattformen u. a. auch aufgrund fehlender Ressourcen, gerade bei den Kommunen, in den meisten Fällen eingestellt wurde. Auch die hiesige IHK sieht eine Unterstützung des Einzelhandels eher in anderer Form.

 

Der vorliegende Antrag wird durch Herrn Koch-Böhnke zurückgestellt. Im Rahmen einer erneuten Beratung erfolgen ggfs. Modifizierungen.

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Handout_endg_AWLT_AntragLINKE_Onlineplattform_Einzelhandel (847 KB)      
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