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Leben in Buxtehude - Kultur - Buxtehuder Bulle - Preisträger 2002
Hanna Jansen
Hanna Jansen wurde 1946 in Diepholz geboren und wuchs in Osnabrück auf, wo die Autorin später auch studierte. 1968 ging sie zur Referendarausbildung ins Rheinland und war dort lange Jahre als Lehrerin, Fachberaterin für das Fach Deutsch und Moderatorin für regionale und überregionale Lehrerfortbildung tätig.
Bevor sie aus dem Schuldienst ausschied, arbeitete sie als didaktische Leiterin einer Gesamtschule in Köln. Seit 1988 wohnt sie mit ihrem Mann und inzwischen 11 Kindern, überwiegend aus Afrika, in Siegburg.
Während dieser Zeit begann sie mit ihrer schriftstellerischen Arbeit, zunächst 10 Jahre lang als Autorin für Sprachbücher und didaktische Schriften. Im Anschluss daran widmete sie sich zunehmend dem kreativen Schreiben, mit dem sie ihren lang gehegten Wunsch, künstlerisch tätig zu sein, endlich verwirklichte. Ursprünglich wollte sie Schauspielerin werden.
Das vielfältige Leben mit ihrer Großfamilie gibt Hanna Jansen immer wieder neue Impulse, sich beim Schreiben von Erzählungen und Romanen den Erfahrungen von Kindern und jungen Erwachsenen intensiv zu nähern.
Im Frühjahr 2001 wurde ihr erster Jugendroman Der gestohlene Sommer bei Thienemann veröffentlicht, ins Niederländische und Dänische übersetzt. 2002 folgte der Roman Über tausend Hügel wandere ich mit dir, der demnächst auch in den Niederlanden und Frankreich erscheinen wird, und schließlich im Herbst 2002 ihr erstes Kinderbuch Ich heirate Felixa, das von einem koreanischen Verlag erworben wurde.
Weitere Veröffentlichungen gab es in Anthologien.Im Frühjahr 2004 erscheint bei Gabriel eine größere Erzählung in einer Jugendbuch-anthologie mit fünf Erzählungen zu den Weltreligionen, im Herbst 2004 ein weiteres Kinderbuch.
Über tausend Hügel wandere ich mit dir
Sorglos und behütet wächst Jeanne mit ihren beiden Geschwistern im afrikanischen Ruanda, dem Land der tausend Hügel, auf. Ihre Eltern sind Lehrer und die Familie gehört dem Stamm der Tutsi, einer ruandischen Minderheit, an. Jeannes Leben ändert sich radikal, als kurz nach ihrem achten Geburtstag im April 1994 – von der Welt kaum wahrgenommen – das Unfassbare geschieht: ein Völkermord. Von Fanatikern aufgehetzt bringen bisher friedliche Hutu ihre Tutsi-Nachbarn um, Milizen und Bauern durchziehen mit Gewehren und Macheten bewaffnet das Land, um wahllos zu morden. Fast eine Million Menschen verlieren ihr Leben. Dies ist die Geschichte eines Kindes, das davongekommen ist. Und trotz allem ist es eine Geschichte, in der auch Hoffnung und Liebe überleben.
Die Autorin auf die Frage, warum sie dieses Buch geschrieben habe: Weil die Zeit reif war. Jeanne war in ihrer persönlichen Entwicklung so weit, dass wir partnerschaftlich arbeiten konnten. Sie war in der Lage, ihre Erinnerungen zu präzisieren und zu reflektieren. Außerdem hat sich der Anfang irgendwann von selbst ergeben.Ich glaube, die Arbeit am Buch hat ihr geholfen, wieder an das anzuknüpfen, was sie so stark gemacht hat, nämlich an die guten Erfahrungen mit ihren Eltern, Geschwistern und der Großfamilie in Afrika.
In einem Brief hat sie einmal geschrieben, dass sie sich erst jetzt wieder ganz fühlen kann. Sie ist aber auch eine wichtige Persönlichkeit in unserer Großfamilie geworden und fühlt sich sehr zugehörig. Natürlich weiß niemand, ob ihr momentanes Befinden von Dauer sein wird. Ob sie nicht doch wieder einmal vom Schrecken „eingeholt” wird. Aber dann sind wir da, und sie wird sich an uns wenden.
(Bulletin Jugend & Literatur 2/2002, S. 9)
(alle Titel sind im Thienemann Verlag erschienen)
2001 Der gestohlene Sommer
2002 Das neue große Vorlesebuch mit Bildern von Daniela Kulot
2002 Das Weihnachts-Vorlesebuch mit Bildern von Daniela Kulot
2002 Ich heirate Felixa
2002 Über tausend Hügel wandere ich mit dir
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